Es ist nicht leicht, an den Rückzug aus dem mit Mühen aufgebauten eigenen Unternehmen zu denken. Es kostet Überwindung, sich von seinem Lebenswerk zu lösen und einem anderen den Platz zu überlassen. Schlimmer aber ist der Gedanke, dass der Fortbestand des eigenen Unternehmens bedroht sein könnte. Jährlich müssen über 5.000 Familienbetriebe schließen, so das Institut für Mittelstandsforschung Bonn , weil kein Nachfolger zur Verfügung steht. Da wundert es nicht, dass die Nachfolgeregelung bei Ratingverfahren eine zunehmend wichtige Rolle spielt. Banken und Sparkassen machen die Kreditvergabe und die Kreditkonditionen also auch davon abhängig, in wie weit der Unternehmer Vorsorge für seine Nachfolge getroffen hat. Sie sollten:

- das Unternehmen auf die Übergabe vorbereiten
- das Familienvermögen sichern
- sich über alle steuerlichen und rechtlichen Komponenten einer Übertragung informieren
- einen Nachfolger wählen und einarbeiten
- sich konkrete Gedanken über Ihre Tätigkeiten nach dem Unternehmensausstieg machen

Die Planung ist das A und O

Formulieren Sie für sich und zusammen mit Ihrer Familie die Ziele, die Sie mit der Übergabe des Unternehmens verfolgen. Denken Sie bei Ihren Entscheidungen auch an die Konsequenzen für Ihre Mitarbeiter und deren Familien. Entwickeln Sie gemeinsam mit dem Nachfolger eine Übergabestrategie. Kein Wechsel in der Unternehmergeneration verläuft ohne Reibungen. Die Interessen der Beteiligten sind häufig gegensätzlich. Diese Gegensätze sollten konstruktiv, d.h. im Dialog und im Interesse aller Parteien und im Interesse des Unternehmens, ausgeglichen werden. Legen Sie einen konkreten Fahrplan fest, in dem Sie Ihre beiderseitigen Ziele aufeinander abstimmen. Er sollte den Eintrittszeitpunkt des künftigen Unternehmers und Angaben zur zukünftigen Rolle des Altinhabers sowie dessen Austrittszeitpunkt enthalten.

Ferner sollte der Plan Aufgaben, Kompetenzen, Verantwortungsbereiche des Nachfolgers wie des Seniors exakt festlegen. Die einzelnen Schritte des Übergangs und der notwendigen begleitenden Maßnahmen bis zur endgültigen Übernahme sollten ebenfalls mit Zeitangaben niedergelegt sein. Überlegen Sie, ob die Nachfolge sukzessiv erfolgen soll oder in einem Schritt. Wann und wie ist die Einbindung des Nachfolgers als Angestellter, Führungskraft oder Gesellschafter in das Unternehmen und dessen Kapitalstruktur sinnvoll?

Berücksichtigen Sie die Mitarbeiter des Unternehmens als kritischen Faktor des Unternehmensübergangs. Betreiben Sie eine offene Informationspolitik, und beziehen Sie die Mitarbeiter ein, wo es möglich ist. Sie schaffen damit Vertrauen. Prüfen Sie, wann Gesellschafter, Führungskräfte oder Meister und die übrige Belegschaft informiert werden müssen und wann der Nachfolger bei diesen persönlich eingeführt werden sollte.

Wann sollten rechtliche Regelungen und Vertragswerke abgeschlossen sein?

Planen Sie bei der Familiennachfolge die gemeinsame Zeit von Eltern und Kindern im Betrieb nicht zu kurz. Noch gefährlicher aber ist eine zu lange gemeinsame Zeit. Die gemeinsame Unternehmensleitung führt häufig zu Kompetenzüberschneidungen und Irritationen bei Geschäftspartnern und im Unternehmen. Das gilt vor allem dann, wenn keine klare Regelung hinsichtlich der Kompetenzen getroffen worden ist. Für die Gespräche zwischen Unternehmer, Nachfolger, Familie, Führungskräften und Mitarbeitern bietet die ECKHARD PRUY UNTERNEHMENSBERATUNG Moderatorengespräche an. Diese helfen, Konflikte zu vermeiden bzw. rasch beizulegen. Hilfreich kann auch die Einsetzung eines Beirates für die Nachfolgeregelung sein. Dieser kann bei weitreichenden Entscheidungen zu Rate gezogen werden oder bei Konflikten als Schiedsstelle fungieren. Bei der Zusammensetzung eines solchen Beirats bieten wir Ihnen ebenfalls gerne unsere Erfahrungen an.

Der Einsatz eines Firmenbeirates kann darüber hinaus sinnvoll sein, wenn der Unternehmer einen gewissen Einfluss erhalten will, der Geschäftsverlauf nach der Übergabe noch überwacht werden soll oder wenn wesentliche Kompetenzen noch nicht vollständig auf den Nachfolger übertragen werden sollen. Zum Beirat können ebenfalls Steuer-, Rechts-, Unternehmens- und Finanzberater der Hausbank gehören.

Die frühzeitige Regelung der Nachfolge verbessert darüber hinaus das qualitative Rating, das von den Banken und Sparkassen für eine Kreditvergabe zugrunde gelegt wird (BASEL III). Die Nachfolgeregelung steht damit neben Eigenkapitalquote und Cashflow. Dies hat Auswirkungen auf die Kapitalbeschaffung sowohl für den laufenden Betrieb als auch für die Übergabe.

Steueroptimierung und Umsetzung des Konzepts

In enger Zusammenarbeit mit uns erstellt die Wirtschaftsprüferin und Fachanwältin für Steuerrecht, Frau Eva Litzenburger, für Ihre Nachfolgeplanung das passende steuerliche Konzept und sorgt für die juristische Umsetzung durch entsprechende Vertragsgestaltung. Sie erhalten mit uns und unseren Kooperationspartnern eine ganzheitliche Beratung in allen betriebswirtschaftlichen, bewertungsrechtlichen, steuerlichen und allgemeinjuristischen Fragen hinsichtlich der Planung und Durchführung Ihrer Unternehmensnachfolge.

Als Fachanwältin für Steuerrecht sorgt Frau Litzenburger für die steuerlich optimierte Ausgestaltung Ihres Nachfolgekonzepts. Sie steht Ihnen als anerkannte Expertin bei erbrechtlichen Fragen zur Seite und erarbeitet für Sie die passenden erbrechtlichen und gesellschaftsrechtlichen Verträge zur Umsetzung Ihrer Nachfolgeplanung. Sie erreichen Frau Litzenburger unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .

Die Grundlage aller Überlegungen im Rahmen Ihrer Nachfolgeplanung sollte eine fundierte Bewertung Ihres Vermögens und insbesondere Ihres Unternehmens sein. Hierzu stellen wir Ihnen einen verbandsgeprüften und anerkannten Sachverständigen für Unternehmensbewertungenprüferin an die Seite.

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